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Das Missionsteam

Missions Team - Liberia 2011 - 2012

Newsletter 2 von Michi Machek

Jana!
(=Hallo im Loma Dialekt)
Seit dem letzten Update ist sehr viel passiert, aber ich probiere es kurz zusammenzufassen. Bitte habt Geduld mit mir.
Water of life
Peter und ich leben uns immer besser in Liberia ein. Letzte Woche hatten wir die Chance zusammen mit einem Team von der Water of life (=WOL) Organisation zusammenzuarbeiten. WOL ist eine Missionsorganisation die größtenteils, in Dörfern die keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser haben, Brunnen bauen (Joh 4:13-14 Jesus antwortete und sprach zu ihr: Jeden, der von diesem Wasser trinkt, wird wiederum dürsten; wer irgend aber von dem Wasser trinken wird, das ich ihm geben werde, den wird nicht dürsten in Ewigkeit; sondern das Wasser, das ich ihm geben werde, wird in ihm eine Quelle Wassers werden, das ins ewige Leben quillt.). Außerdem arbeiten sie aber auch mit medizinischen Fachkräften zusammen um Kranke medizinisch zu versorgen. Das WOL Team kam aus South Carolina und bestand aus einem Arzt und drei Krankenschwestern und noch sechs weitere Hilfskräften. Der Arzt und die Krankenschwestern untersuchten die Leute und die anderen kümmerten sich um die Ausgabe von Medikamenten. Ein Team von Liberianern kam ebenfalls mit, um Brunnen zu graben. WOL arbeitete bei diesem Einsatz Hand in Hand mit CRCA Mitarbeiten zusammen. Unter anderem wurden sie von einer liberianischen Krankenschwester unterstützt. Außerdem kam ein Jesus-Film Team mit um, in jedem Dorf in dem wir Menschen medizinisch behandelten, eine Verfilmung des Evangeliums in Vai (=der Dialekt der in Cape Mount gesprochen wurde) vorzuführen.
„Klinik unter Palmen"
Unser Einsatzgebiet ist Cape Mount County, das liegt im Norden an der Grenze von Sierra Leone direkt am Atlantik. Die Menschen vor Ort sind Großteils Muslime und sprechen außer Englisch den Vai Dialekt (einer von 16 in Liberia). Am ersten Tag fahren wir zu unserer Ausgangsbasis, einem Gästehaus in dem Dorf Vonzua. In dem Dorf gibt es eine christliche Gemeinde die untertags als Schule genutzt wird. In dem Gästehaus in dem wir wohnen befindet sich eine umfangreiche Bibliothek an christlichen Werken und Schulbüchern. Die Gemeinde/Schule befindet sich direkt gegenüber von dem Gästehaus/Bibliothek. Somit können wir jeden Morgen mit verfolgen wie die Kinder die liberianische Bundeshymne singen und das „Vater Unser" zum Beginn des Schultages sprechen. Das ist jedesmal ein schönes Erlebnis für uns. Von unserer „Ausgangsbasis" fahren wir täglich zu verschiedenen Dörfern in der Region um uns in der dortigen Klinik (Anmerkung: nur weil ein Dorf eine Klinik hat, heißt das nicht dass es dort Medikamente gibt) oder in der Schule (falls das Dorf keine Klinik hat), für die medizinische Versorgung der Einwohner und der Menschen aus der Umgebung einzurichten. Dem Arzt und den Krankenschwestern wird jeweils ein Übersetzer zugewiesen da nicht alle Menschen Englisch sprechen. Außerdem ist das liberianische Englisch (welches fast eine eigene Sprache ist) oft sehr schwer zu verstehen. Dem Arzt und den Krankenschwestern werden jeweils eigene Räum zugewiesen die als Untersuchungsräume dienen. Ein größerer Raum wird zur Pharmazie umgerüstet und dient der Medikamentenausgabe. Auch dort wird zur besseren Verständigung ein Übersetzer eingesetzt. Der Ablauf sieht folgendermaßen aus: Die Patienten werden untersucht und bekommen eine Karteikarte mit der Diagnose ihrer Krankheit. Außerdem ist auf der Karte die Medikamente aufgelistet die sie bekommen sollen. Mit der Karteikarte gehen sie zur Medikamentenausgabe wo ihnen die Arzneimittel eingepackt werden und ihnen genau erklärt wird wie sie diese einnehmen sollen. Zur Sicherheit wird noch mit einem Marker auf den Medikamentenschachteln aufgezeichnet wie oft und wann bzw. wie viele Tabletten auf einmal sie einnehmen sollen. Zu den häufigsten Krankheiten gehören: Ringworm (ein Pilz der sich auf der Haut linienförmig ausbreitet), Parasiten im Magendarmtrakt, Malaria, Schmerzen aller Art, Fieber, Running Stomache (Durchfallerkrankung),... Das bedeutet man erklärt immer wieder dasselbe und das den ganzen Tag lang, da der Strom an Patienten nie abreist. Deren Alter geht von ein paar Monaten bis hin zu über 80 Jahren. Peter und ich konnten sogar unsere Ausbildung zu Sanitätern nutzen weil wir bei zwei Patienten Beinwunden zu versorgen hatten (auswaschen, desinfizieren und einen Verband anlegen). Ein Patient der sich, einen Tag bevor wir in sein Dorf gekommen sind, mit einer Macheteins Bein gehackt hat wurde von unserem Arzt wieder zusammengenäht (Gottes Timing ist echt perfekt, blöd wäre es gewesen wenn es ihm einen Tag nachdem wir dort waren passiert wäre). Nach zwei Tagen hat der Arzt nochmals nach dem Mann gesehen und er war am Weg der Besserung. In fünf Tagen haben wir ~1500 Menschen untersucht und Medikamente ausgeteilt.
Nach Wasser bohren für Anfänger
Während unseres Aufenthaltes durfte ich an zwei Tagen mit den Liberianern die für den Brunnenbau zuständig waren zusammenarbeiten. Das war echt anstrengend aber auch sehr spannend. Beim Bohren werden Erde und kleine Steine mit Wasser aus dem Bohrloch gespült. Jedesmal wenn ich die nächste Bohrstange angeschraubt habe ist das Wasser auf mich herabgeflossen. Das Ganze war eine sehr nasse und dreckige Angelegenheit. Leider sind unsere Versuche Wasser zu finden jedesmal von einer, für unser Equipment, undurchdringbaren, Gesteinsschicht zunichte gemacht worden. Insgesamt haben wir viermal nach Wasser gebohrt aber es hat mit unserem Bohrer leider nicht funktioniert. Die Bewohner der Dörfer die diese Brunnen erhalten sollten waren uns für unsere Bemühungen trotzdem sehr dankbar und haben sogar für uns gekocht. Am Ende vom zweiten Tag habe ich vom Leiter von WOL erfahren dass sie einen pneumatischen Bohrkopf mit dem dazugehörigen Kompressor in den USA haben und dass der nach Liberia geschifft wird. Mit diesem Equipment wird es möglich sein in diesen Dörfern die Brunnen fertigzustellen. Was mich sehr erstaunt hat ist dass in beiden Dörfern Brunnen stehen, die aber trocken sind. Der Leiter von WOL hat uns erzählt dass das sehr häufig bei Brunnen die z.B. von der UNO in Auftrag gegeben werden passiert. Brunnenbaugesellschaften erfüllen nämlich nur die vertraglichen vereinbarte Bohrtiefe egal wie viel Wasser in dieser Tiefe vorhanden ist oder sie graben in der Regenzeit nach Wasser ohne einzuplanen dass der Brunnenwasserspiegel in der Trockenzeit ebenfalls sinkt und die Leute dann, im wahrsten Sinne des Wortes, auf dem Trockenen sitzen. Solche Brunnen sind absolut nutzlos weil der Aufwand diese zu vertiefen größer ist als einen Neuen zu graben. Ich bin sehr froh dass WOL in dieser Hinsicht anders ist. Ihnen geht es wirklich um die Menschen, weil Brunnengraben für diese Organisation kein Geschäft ist. Die Arbeit hat wirklich viel Spaß gemacht aber nach zwei Tagen war ich doch froh wieder Medikamente austeilen zu dürfen. Nach jedem Arbeitstag darf natürlich das Fußballspielen mit den Kindern von Vonzua nicht zu kurz kommen. Da der Großteil der Kinder ca. nur halb so groß ist wie ich kann ich beim Spielen ganz gut mithalten. Trotzdem ist die Bewegung bei den Temperaturen sehr anstrengend. Um die Verletzungsgefahr bei den Kindern zu verringern spiele ich ebenfalls barfuß was mir Gott sei Dank bisher nur einen kleinen Schnitt an meiner großen Zehe eingebracht hat (keine Angst der Schnitt ist schon wieder verheilt).
Schlangen und Freiluftkino
An unserem letzten Tag in Cape Mount haben wir noch Menschen von Vonzua in der dortigen staatlichen Schule medizinisch betreut. Am Nachmittag gab es eine große Aufregung weil innerhalb von einer Stunde zwei grüne Schlangen auf dem Schulgelände auftauchten. Die Erste ließ sich gerade sonnen als sie bemerkt wurde und die Zweite kam gerade von einem Baum herunter den ein Liberianer sich zum „Wasser lassen" ausgesucht hatte. Beide male waren sofort ein paar Erwachsene zur Stelle die, die Schlangen mit Steinen und Ästen töteten. Zur Sicherheit haben wir ihnen noch den Kopf abgeschnitten. Wieder einmal bin ich für Gottes Timing dankbar. Wenn wir an diesem Tag nicht in der Schule Menschen behandelt hätten, wären wahrscheinlich nicht genug Erwachsene anwesend gewesen um diese Schlangen zu töten. D.h. Kinder hätten auf dem Schulgelände gespielt und diese Schlangen wären in ihrer unmittelbaren Nähe gewesen.
Am selben Abend haben wir uns mit den Bewohnern von Vonzua den Jesus Film im Vai Dialekt angesehen. Eine ältere Frau neben mir ist bei dem Bild einer Schlange zusammengezuckt und hat vor Schreck leise geschrien. (Liberianer können Schlangen wirklich nicht ausstehen) Was mir an dem Abend am besten gefallen hat ist dass fast jeder von unserem Team ein bis zwei Kinder auf seinem Schoss sitzen hatte und gleichzeitig konnten wir auf der Leinwand mit verfolgen wie Jesus immer wieder Kinder auf seinen Armen oder seinen Schultern trug. Ich habe gebetet dass die Kinder den Zusammenhang verstehen, dass wir nicht zu unserem eigenen Vergnügen hier sind (obwohl es viel Spaß macht mit ihnen zusammen zu sein)sondern weil Jesus sie liebt.
Das Erlebnis mit den Schlangen und die Filmvorführung waren ein würdiger Abschluss für unsere Mission in Cape Mount. Am darauffolgenden Tag fuhren wir wieder zurück in die „Zivilisation". Das Gute an Liberia ist, dass ich lerne mich über viele Kleinigkeiten zu freuen. So ist es z.B. echt ein Segen wieder fließend Wasser zu haben auch wenn es kein Warmwasser gibt oder wieder auf asphaltierten Straßen zu reisen auch wenn sie viele Schlaglöcher haben... Morgen werden wir zu unserem eigentlichen Bestimmungsort nach Lofa County. In den Tagen nach unserer Rückkehr haben wir uns ein wenig erholt und viele Dinge erledigt (wie z.B. uns mit Vorräten einzudecken, wir haben dem Jugendpastor im Rollstuhl den ich im letzten Newsletter erwähnt habe sein Gefährt gebracht und ihm gezeigt wie man damit fährt,...). Das war es wieder von mir. Danke für eure Anteilnahme und Interesse an dem was sich in Liberia tut.
Bis zum nächsten mal.
Delana
(=Auf Wiedersehen im Loma Dialekt)

P.s.: Unsere Erlebnisse aus Peters Sicht sind auf http://www.liberiaalive.blogspot.com/ nachzulesen

Bitte betet dafür:
• dass Gott uns verwendet um seinen Plan mit der Schule in Konia zu erfüllen
• dass Gott uns weiterhin vor Krankheit, Unfällen und gefährlichen Tieren (Schlangen!) bewahrt
• dass wir eine gute und sichere Reise haben werden (5h Fahrt durch den Dschungel haben es in sich)

NEWSLETTER 1 von Michi Machek

Jana!
(=Hallo im Loma Dialekt)

Wie die Meisten von euch wissen befinde ich mich zurzeit in Liberia, in Westafrika. Ich habe mir damit einen Traum erfüllt als Missionar nach Westafrika zu gehen. Das ist meine dritte Reise in dieses Land aber bisher war ich immer nur ca. 2 Wochen hier. Diesmal bleibe ich für insgesamt 4 Monate. Meine Gemeinde die CIG (Christlich Internationalen Gemeinde) arbeitet seit 2009 mit der Missionsorganisation CRCA (Christian Revival Church Association) vor Ort zusammen. Liberia ist eines der ärmsten Länder dieser Welt und ist zurzeit dabei sich von einem jahrelangen Bürgerkrieg zu erholen der bis 2004 andauerte. CRCA macht es sich zur Aufgabe Liberia zu einem besseren Land zu machen und dabei das Evangelium Jesus Christus zu verkündigen. Seit 2005 ist Ellen Johnson Sirleaf (die erste Präsidentin eines afrikanischen Landes) das gewählte Staatsoberhaupt. Sie hat es nicht nur geschafft das eine Bevölkerung die mit sich selbst im Krieg war, wieder in Frieden miteinander auskommt, sondern sie hat auch viele Investoren und Hilfsorganisationen in das Land geholt. Die Fortschritte die dieses Land macht sind nicht zu übersehen. Bei meinem dritten Aufenthalt in Liberia kann ich nur darüber Staunen wie sehr sich dieses Land allein innerhalb der letzten zwei Jahre verändert hat (neue Straßen, Schulen, Gebäude usw.).

Freitag 04.11.2011, Abreise Tag

Peter und ich flogen um kurz nach 07:00 Uhr Wiener Ortszeit nach Liberia. Wir flogen von Wien aus mit der AUA nach Paris und von dort mit der Air France, mit einem kurzen Zwischenstopp in Conakry (Hauptstadt von Guinea) nach Monrovia (Hauptstadt von Liberia). Nach ca. acht Stunden im Flugzeug stiegen wir sichtlich zufrieden, nach der angenehmen Reise aus dem Flieger. Die Temperatur hier ist etwas kühler als ich erwartet habe „nur" ~30°C aber die Luftfeuchtigkeit ist sehr hoch (gefühlte 70% J). Im Flughafengebäude erlebten wir unsere erste böse Überraschung. Unser Gepäck ist nicht angekommen! Jeder von uns hatte zwei große Taschen gepackt und alle vier Gepäcksstücke sind nicht angekommen. Gott sei Dank war unser Gepäck so voll, dass wir beide etwas Gewand und unsere Toilettenartikel in das Handgepäck gepackt haben. Aber die nächste böse Überraschung ließ nicht lange auf sich warten. Als wir aus dem Flughafengebäude kamen sahen wir, dass niemand da war um uns abzuholen. Wie sich später herausgestellt hat war der Missionsdirektor von CRCA, Dennis Aggrey, extra eine Stunde früher zum Flughafen gekommen um uns abzuholen. Vor Ort wurde ihm gesagt das die Maschine fünf Stunden Verspätung hätte. Was ihm aber verschwiegen wurde war, dass an diesem Tag eine zweite Maschine landen sollte und zwar planmäßig. In der zweiten Maschine saßen wir. Dennis beschloss nachhause zu fahren und später nochmal zum Flughafen zurück zukommen.
Unsere Sorge wuchs da wir von alledem nichts wussten. Wir versuchten Dennis mit einem geliehenen Handy zu erreichen, leider erfolglos. Wie sich später herausstellte war sein Akku leer als wir anriefen. Zu diesem Zeitpunkt war er noch mit dem Auto unterwegs und hatte keine Möglichkeit es aufzuladen.
Also beschlossen wir zu der einzigen Adresse in Monrovia zu begeben die wir kannten – zur Gemeinde der CRCA, im Stadtteil Sinkor, in der Hoffnung dort noch jemanden anzutreffen. Von den vorherigen Reisen wusste ich, dass hinter und gegenüber der Gemeinde einige Gemeindemitglieder wohnten. Also nahmen wir uns ein Taxi das uns dorthin brachte. Die Fahrt war sehr spannend. Zwar kannte der Taxifahrer das Viertel in das wir fuhren, vor Ort musste er aber viermal aussteigen um den Weg zu erfragen. Obwohl in Monrovia UN Soldaten stationiert sind und auch einige internationale Hilfsorganisationen vertreten sind, sticht man als Weißer immer noch stark heraus. Es war schon etwas besonderes mitten in der Nacht in einem Dritte Welt Land im Taxi zu sitzen, während der Fahrer nach dem Weg fragen gegangen ist und dabei neugierig von Liberianern, durch die offenen Taxifenster betrachtet zu werden. Trotz den Umständen hatten wir keine Angst weil wir die ganze Situation Gott gegeben haben und wussten dass er die ganze Zeit bei uns sein würde. Nach ca. eineinhalb Stunden Fahrt erreichten wir die Gemeinde. Tatsächlich saß der Mann der für das Gemeindehaus zuständig ist auf einem Hocker vor dem Gebäude und betrachtete die Straße. Nachdem wir ihm erklärt hatten woher wir kamen und wohin wir wollten führte er uns auf die andere Straßenseite zu Diakon Gabriel der für uns Dennis kontaktierte. Kurze Zeit später wurden wir von Dennis abgeholt und saßen bald in seinem schönen Zuhause. Bei ihm angekommen erwartete uns schon seine Frau Vania mit einem köstlich, scharfen liberianischen Abendessen.

Samstag 05.11.2011

Am Sa den 05.11. habe wir an einer Schule in Junkers Farm gearbeitet die zur Zeit restauriert wird. Die Räume werden erneuert und der Gehweg vor der Schule repariert. Etwas später besuchten wir, besonders zu Peters Freude, Peter Town die sich auf dem Gelände der Firma Firestone (Reifenhersteller) befindet. Dort hatten wir etwas Zeit um mit den Kindern zu spielen währen Dennis noch Freiwillige für die Arbeit in Junkers Farm zusammentrommelte. Am Nachmittag haben wir noch verschiedene Besorgungen gemacht. Unter anderem haben wir einen Buggy (siehe Bild) abgeholt der von einer Gemeinde aus Amerika, für einen der hiesigen (im Rollstuhl sitzenden) Jugendpastoren, behinderten gerecht umgebaut wurde. Dieses Fahrzeug ermöglicht es ihm kleine Strecken auf den „Erdstraßen" zurückzulegen (z.B. um auf den Markt zu fahren usw.).

Da wir noch auf unser Gepäck warten müssen bleiben wir die ersten paar Tage in Monrovia anstatt gleich nach Lofa County (Bundesland im Norden von Liberia an der Grenze von Guinea) aufzubrechen. In Lofa darf ich mithelfen einen Lehrplan für den wissenschaftlichen Unterricht (Chemie, Biologie und Physik) auszuarbeiten und den auch lehren. Weiters wurde mir erzählt, dass dort eine andere Schule Laborequipment bekommen hat, aber nicht genau weiß wie damit umzugehen ist. Die Leitung der Schule hat Dennis gebeten ob ich ihnen helfe. Peter wird ebenfalls in der Schule mitarbeiten und gemeinsam wollen wir die Gemeinde vor Ort so gut es geht unterstützen. Wir freuen unss schon sehr auf diese Aufgaben und sind gespannt was Gott für uns noch vorgesehen hat Die Zeit die wir auf das Gepäck warten müssen ist ein echter Segen, weil wir so noch Zeit haben etwas Kraft zu tanken und uns besser auf unsere Aufgabe im Dschungel vorbereiten können.

Sonntag 06.11.2011

Früh am Morgen brachten Peter und ich Dennis zum Flughafen. Er ist zurzeit auf einer einwöchigen Missionskonferenz in Nigeria. Vania bleibt mit Lucas zuhause. Es ist großartig alleine nachhause zu fahren. Das gibt mir wirklich ein gutes Gefühl der Selbstständigkeit und es ist immer wieder ein Abenteuer sich in dem Verkehr in Monrovia zurechtzufinden. Die Fahrt verlief ohne Probleme. Nach einem kurzen Fürhstück besuchten wir den Gottesdienst in der CRCA Gemeinde. Es ist immer wieder großartig zu erleben, dass die „Familienbanden in Christus" stärker sind als alle kulturellen Unterschiede. Wir wurden herzlich willkommen geheißen und die Leute waren sehr durch unser Kommen ermutigt. Ich erzählte ihnen von unserem Anliegen sie zu unterstützen und dass wir möglichst vielen Menschen in Österreich ihre Geschichte näherbringen wollen.

Montag 07.11.2011; Vortag der Präsidentschaftswahl

Am Vormittag machten wir noch einige Erledigungen in der Stadt und überlegten uns was wir an Proviant in Lofa County brauchen werden. Unter anderem kauften wir uns SIM Karten um unterwegs erreichbar zu sein. Falls jemand eine Möglichkeit hat billig nach Afrika zu telefonieren (Telefonwertkarte oder Skype-Guthaben...), meine Nummer lautet +23176824185. Ich kann leider nicht versprechen immer erreichbar zu sein aber ich tue mein Bestes J.

Eine Stunde nachdem wir von unseren Einkäufen zurückgekommen sind erfuhren wir dass es zu einigen Ausschreitungen durch die Oppositionspartei gekommen ist. Ein Mitarbeiter von CRCA wollte jemanden aus der Stadt abholen aber er musste umdrehen bevor er zu der Person kam, weil er vor sich Rauch gesehen hat und flüchtende Menschen die Straße verstopften. Er kam auf direkten weg wieder zu uns zurück. Wir erfuhren per Telefon das eine Tankstelle und einige Autos angezündent worden waren. Menschen wurden zum Teil schwer verletzt und soviel ich weiß wurde zumindest eine Person getötet.
Bei unseren Besorgungen fuhren wir - ca. eine Stunde bevor es zu den Ausschreitungen kam - zweimal an dem Platz vorbei an dem sich die Oppositionspartei für ihre anfänglich friedliche Demonstration gesammelt hat. Wieder einmal kann ich nur staunen wie sehr Gott uns bewahrt hat. Dennis Grundstück liegt, Gott sei Dank, weit vom Zentrum der Stadt entfernt und wir bekamen außer über das Telefon und Radio nichts von den Ausschreitungen mit. Wir fühlen uns sehr sicher und geborgen. Ich erzähle euch das alles, nicht um euch Angst zu machen oder wegen Effekthascherei sondern damit ihr für einen friedlichen Ausgang der Wahl und für die Opfer betet bzw. in Gedanken bei den Menschen in Liberia seid. Vergesst nicht das es in den letzten Jahren auch in einigen europäischen Städten (Paris, London, Athen und Berlin) zu Brandstiftung, Sachbeschädigung und Gewalt gegen Menschen gekommen ist. Unsere Sicherheit ist von Gott abhängig und nicht vom Land an dem wir uns zurzeit befinden.

Dienstag 08.11.2011; Tag der Präsidentschaftswahl

Aus 16 Berwerbern (die Vorwahl war am 08.10.2011) treten die zwei verbliebenen Kandidaten gegeneinander an. Eine der beiden Kandidaten ist die zurzeit regierende Präsidentin Ellen Johnson Sirleaf. Die Wahl verlief sehr friedlich. BBC berichtet über eine geringe Beteiligung an der Wahl, die sich negativ auf die Durchsetzungsfähigkeit der Präsidentin auswirken könnte. Man darf aber nicht vergessen, dass die Oppositionspartei und ihre Anhänger nicht nur die Wahl boykottieren sondern am Vortag noch Menschen bedroht haben, damit diese nicht wählen gehen.
Den Nachmittag verbringen Peter und ich mit ein paar Freunden am ELWA Beach (Eternal Love Winning Africa). Das Wasser hat über 20°C für die Liberianer ist das aber immer noch ziemlich kühl.

So das war es vorerst an Neuigkeiten. Die ersten paar Tage waren sehr ereignisreich und auch wenn wir ein paar negative Erlebnisse hatten sind wir uns sicher das wir genau da sind wo Gott uns haben will. Die Menschen von Liberia sind so offen und herzlich. Egal wo wir hinfahren, alle paar Meter winken uns Menschen zu. Sie freuen sich umso mehr wenn wir sie ansprechen und einfach etwas Zeit mit ihnen verbringen. Es ist schön hier zu sein.

Bis zum nächsten mal.

Delana

(=Auf Wiedersehen im Loma Dialekt)

P.s.: Loma wird in Lofa County gesprochen.

P.s.s.: Unsere Erlebnisse aus Peters Sicht sind auf www.liberiaalive.blogspot.com nachzulesen

Missions Team - Liberia 4.1.2010 - 16.1.2010

Pastor Rob Prokop, Robert Soprano, Isabella-Theresa Soprano, Audrey Fröhlich

Festus Imarhiagbe, Daniel Kolensky, Michael Machek, Zack Patterson

Samuel Yang, Slawomir Zylinski, Werner Rainer, Cedric Sawatzky

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